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Segeln

Die­se Sei­te wird aus Zeit­gründen lei­der nicht mehr aktua­li­siert.


Anbei noch eini­ge Aus­schnit­te aus der bis­he­ri­gen Sei­te:


Segel­boot oder Segel­schiff?

Um die Begriffs-Ver­wir­rung etwas auf­zu­lö­sen: Ein Segel­boot ist ein klei­nes Segel­schiff. Als Segel­fahr­zeug oder Fahr­zeug unter Segel bezeich­net man ein Segel­boot oder -schiff, wel­ches nicht unter Motor läuft.

Segel­schif­fe waren lan­ge Zeit die ein­zi­gen und gröss­ten Trans­port­mit­tel der Men­schen. Die Seg­ler­spra­che ist des­halb eine der ältes­ten Fach­spra­chen der Mensch­heit. Ihr Wort­schatz wächst aber – vor allem im tech­ni­schen Bereich – auch heu­te noch schnell und ste­tig. Die Abbil­dung zeigt ein Segel­boot mit Bezeich­nung eini­ger wich­ti­ger Bestand­tei­le.

Für Inter­es­sier­te gibt es jede Men­ge Nach­schla­ge­wer­ke zu den Fach­aus­drü­cken. Emp­foh­len wer­den kann bei­spiels­wei­se das Fol­gen­de: Joa­chim Schult, Seg­ler-Lexi­kon, Bie­le­feld 2008.

Wind

Die unten­ste­hen­de Abbil­dung zeigt die ver­schie­de­nen Kur­se eines Segel­boots in Bezug auf den Wind. Ein Segeln im roten Sek­tor ist nicht mög­lich. Der Win­kel die­ses Sek­tors ist vom Boots­typ abhän­gig und beträgt zwi­schen 80° und 110°.

Der Wind, den man an Bord eines Segel­boots wahr­nimmt, ent­spricht nicht dem tat­säch­lich wehen­den. Dies liegt dar­an, dass zum tat­säch­li­chen (oder: wah­ren) Wind der Fahrt­wind «dazu­zu­zäh­len» ist (Vek­to­ren­ad­di­ti­on). Aus die­sem Grund ist es auf einem Boot, das platt vor dem Wind segelt so gut wie wind­still. Bei einem Kurs hart am Wind ist der schein­ba­re Wind stär­ker als der tat­säch­li­che. Dies kann auch zu einem fal­schen Ein­schät­zen der Geschwin­dig­keit eines Boo­tes füh­ren. Noch ein klei­ner Merk­satz: Der schein­ba­re Wind fällt ach­ter­li­cher ein als der tat­säch­li­che.

Die Wind­ge­schwin­dig­kei­ten im Meteo bezeich­nen immer den Wind in 10m Höhe über Boden, ohne Ein­fluss von Hin­der­nis­sen. Dem­ge­gen­über beträgt die Wind­ge­schwin­dig­keit 1m über Boden 60%, 2m über Boden 75% die­ses Wer­tes.

Nach­fol­gend die gän­gi­ge 12er-Beau­fort-Ska­la. Zwar wur­de die­se 1949 offi­zi­ell um die Stu­fen 13 bis 17 erwei­tert, jedoch sind die ent­spre­chen­den Stu­fen pri­mär in der Meteo­ro­lo­gie von Inter­es­se und im All­tag nicht gebräuch­lich.

Beau­­fort kn m/s auf dem Was­ser an Land
0 < 1 < 0.3 spie­gel­glatt Rauch steigt senk­recht auf
1 1–3 0.3–1.5 klei­ne Kräu­sel­wel­len; der Wind zeich­net leicht auf dem Was­ser Wind­hauch; Rauch­ab­len­kung sicht­bar
2 4–6 1.6–3.3 klei­ne Wel­len (an Bord nicht spür­bar) im Gesicht spür­bar
3 7–10 3.4–5.4 Wel­len­bil­dung ist gut sicht­bar; auf­ge­r­auh­tes Was­ser beweg­te Zwei­ge
4 11–16 5.5–8.0 ver­ein­zel­te Schaum­kro­nen-Bil­dung; aus­ge­präg­te Wel­len­for­men beweg­te dün­ne Äste
5 17–21 8.1–10.7 grös­se­re Wel­len bil­den sich; über­all Schaum­kro­nen bewegt Äste
6 22–27 10.8–13.8 gro­be Wel­len; ver­ein­zel­te weg­ge­bla­se­ne Schaum­kro­nen bewegt dicke Äste
7 28–33 13.9–17.1 rau­he, gro­be Wel­len; Schaum­kro­nen wer­den weg­ge­bla­sen schüt­telt Bäu­me
8 34–40 17.2–20.7 die Wel­len begin­nen zu rol­len; flie­gen­des Was­ser knickt Zwei­ge
9 41–47 20.8–24.8 aus­ser­or­dent­li­che Wel­len­bil­dung; flie­gen­des Was­ser beein­träch­tigt die Sicht hebt Dach­zie­gel ab
10 48–55 24.9–28.3 es bil­den sich über­all Wel­lenun­ge­tü­me; flie­gen­des Was­ser über­all ent­wur­zelt Bäu­me
11 56–65 28.4–33.5 aus­ser­ge­wöhn­lich hohe Wel­len; Meer voll­kom­men bedeckt mit lan­gen, weis­sen strei­fen aus Schaum (in Wind­rich­tung); Sicht beein­träch­tigt beschä­digt Häu­ser
12 > 65 > 33.5 Luft ist mit Schaum und Sprüh­ne­bel ange­rei­chert; Meer ganz weiss und trei­ben­der Sprüh­ne­bel; Sicht sehr stark beein­träch­tigt all­ge­mei­ne Ver­wüs­tung

Able­gen von der Boje

Für eine grös­se­re Ansicht bit­te auf unten­ste­hen­des Bild kli­cken.

  • Segel set­zen, aus­ge­fiert
  • Boot in den Wind dre­hen las­sen
  • Vor­scho­ter auf das Vor­schiff
  • Steu­er­mann an die Pin­ne
  • Pin­ne auf Land­sei­te (Hin­der­nis­sei­te) legen (ca. 45°)
  • Steu­er­mann: “Klar zum Able­gen!”
  • Vor­scho­ter: “Klar!”
  • Bojen­stropp vom Boot lösen und fest­hal­ten
  • Boje am Bojen­stropp auf der Land­sei­te (Hin­der­nis­sei­te) kräf­tig nach hin­ten zie­hen
  • Steu­er­mann: “Back die Fock!”
  • Fock auf Land­sei­te (Hin­der­nis­sei­te) back neh­men
  • Auf Halb­wind­kurs Fahrt auf­neh­men

Able­gen rück­wärts (Wind von vor­ne)

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Wind­rich­tung kon­trol­lie­ren: Die­ses Manö­ver ist nur mög­lich mit Wind von vor­ne...

  • Segel set­zen, aus­ge­fiert
  • Boot steht im Wind
  • Lei­nen lösen
  • Steu­er­mann an die Pin­ne
  • Vor­scho­ter auf den Steg Steu­er­mann: “Klar zum Able­gen!”
  • Vor­scho­ter: “Klar!”
  • Der Vor­scho­ter stösst das Boot kräf­tig (in Wind­rich­tung) ab
  • Pin­ne auf Land­sei­te (Hin­der­nis­sei­te) legen (ca. 45°)
  • Vor­se­gel auf Land­sei­te (Hin­der­nis­sei­te) back neh­men
  • Nach ca. 1 Boots­län­ge Pin­ne see­wärts (freie Sei­te) legen
  • Auf Halb­wind­kurs Fahrt auf­neh­men

Able­gen rück­wärts (Wind von hin­ten)

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  • Segel nicht set­zen
  • Vor­lei­ne befes­ti­gen (falls nicht sicher ist, dass an der Boje ein Stropp befes­tigt ist)
  • Steu­er­mann an die Pin­ne
  • Vor­scho­ter auf den Steg
  • Lei­nen los
  • Boot sehr kräf­tig rück­wärts (gegen den Wind) abstos­sen
  • Rück­wärts an die Takel­bo­je steu­ern
  • Bojen­stropp am Bug bele­gen Manö­ver
  • Able­gen von der Boje” durch­füh­ren:
  • Segel set­zen, aus­ge­fiert
  • Boot in den Wind dre­hen las­sen
  • Vor­scho­ter auf das Vor­schiff
  • Steu­er­mann an die Pin­ne
  • Pin­ne auf Land­sei­te (Hin­der­nis­sei­te) legen (ca. 45°)
  • Steu­er­mann: “Klar zum Able­gen!”
  • Vor­scho­ter: “Klar!”
  • Bojen­stropp vom Boot lösen und fest­hal­ten
  • Boje auf der Hin­der­nis­sei­te kräf­tig nach hin­ten zie­hen
  • Steu­er­mann: “Back die Fock!”
  • Fock auf Land­sei­te (Hin­der­nis­sei­te) back neh­men
  • Auf Halb­wind­kurs Fahrt auf­neh­men

Anle­gen an Lee­sei­te (mit Segeln)

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  • Auf Halb­wind­kurs, ca. 2–3 Boots­län­gen ent­fernt, den Steg anfah­ren (der Abstand vari­iert je nach Wind und Wel­len­hö­he)
  • Steu­er­mann: “Klar­ma­chen zum Anle­gen!”
  • Vor­scho­ter berei­tet die Gross-/ Fock­schot vor, befes­tigt die Vor­lei­ne: “Klar!”
  • Steu­er­mann: “Klar zum Auf­schies­sen!”
  • Vor­scho­ter: “Klar!”
  • Sobald der Steg quer­ab liegt, ruft der Steu­er­mann: “Alle Scho­ten los!”, löst die Scho­ten und dreht das Boot unver­züg­lich in Rich­tung Steg, also in den Wind (das Manö­ver kann selbst­ver­ständ­lich auch fürs Fest­ma­chen an einer Boje durch­ge­führt wer­den)
  • Vor­scho­ter geht aufs Vor­schiff, nimmt die Vor­lei­ne in die Hand. Er bremst das Boot ab
  • Fest­ma­chen

Anle­gen an Luvsei­te (ohne Segel)

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  • Boot in den Wind stel­len, damit das Gross­se­gel gebor­gen wer­den kann
  • Steu­er­mann: “Gross­se­gel klar zum Ber­gen!”
  • Steu­er­mann: “Gross­se­gel ist klar zum Ber­gen!”
  • Steu­er­mann: “Klar bei Gross­fall!”
  • Vor­scho­ter: “Gross­fall ist klar!”
  • Steu­er­mann: “Hol nie­der Gross­se­gel!”
  • Gross­se­gel ber­gen
  • Unter Fock Rich­tung Ziel segeln
  • Zur rech­ten Zeit” Fock­schot lösen
  • Vor­scho­ter aufs Vor­schiff
  • Boot abbrem­sen und bele­gen

Auf­schies­sen

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Die­ses Manö­ver dient bei­spiels­wei­se dazu, um an einer Boje anzu­le­gen.

  • Boje auf Halb­wind­kurs in Lee anfah­ren
  • Vor­lei­ne befes­ti­gen (falls nicht sicher ist, dass an der Boje ein Stropp befes­tigt ist)
  • Abstand ca. 2 Boots­län­gen (je nach Wind und Wel­len­gang ver­schie­den)
  • Steu­er­mann: “Klar zum Auf­schies­sen!”
  • Vor­scho­ter: “Klar!”
  • Sobald die Boje quer­ab liegt, ruft der Steu­er­mann: “Alle Scho­ten los!”, löst die Scho­ten und dreht das Boot unver­züg­lich in Rich­tung Boje (in den Wind)
  • Bojen­stropp am Bug bele­gen

Mann über Bord (MOB) auf Amwind­kurs (mit Wen­de)

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Das nach­fol­gen­de Manö­ver ist beschrie­ben, wie es mit einer Jol­le oder Yacht mit tie­fem Frei­bord aus­ge­führt wer­den kann. Bei hohem Frei­bord ist ein Ber­gen über die Bord­wand nicht mög­lich (es muss bei­spiels­wei­se die Bord­lei­ter ein­ge­setzt wer­den).

  • Mann über Bord!”
  • Sofort Ret­tungs­ge­rät nach­wer­fen
  • Unver­züg­lich auf Raum­kurs gehen
  • Ver­un­fall­ten nie aus den Augen las­sen
  • Nach einer gewis­sen Stre­cke (abhän­gig von Wind und Wel­len) zügig anlu­ven und wen­den
  • Ver­un­fall­ten hart am Wind anfah­ren Scho­ten aus­fie­ren, Boot abbrem­sen
  • In Lee (!) ber­gen

Es gibt eine Men­ge ver­schie­de­ner MOB-Manö­ver. So kann zum Bei­spiel bei schnel­ler Reak­ti­on sofort bei­ge­dreht (bzw. bei­ge­legt) und der Ver­un­fall­te mit­hil­fe einer Wurf­lei­ne an Bord geholt wer­den. Bei einem MOB auf Raum­schot­kurs soll­te rasches­t­mög­lich auf den ande­ren Rumpf gewech­selt wer­den (Wen­de oder Hal­se) und ein Kurs am Wind gesteu­ert wer­den. Dabei ist dar­auf zu ach­ten, dass die Unfall­stel­le nicht zu weit luvwär­tig ange­fah­ren wird, da eine (erneu­te) Wen­de mög­lichst ver­mie­den wer­den soll­te. Den Ver­un­fall­ten in Lee anfah­ren und das Boot mit aus­ge­fier­ten Segeln zum Ste­hen brin­gen. Ber­gen.

Bei­dre­hen (mit Wen­de)

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Ein bei­ge­dreh­tes Boot ist so nicht mehr manö­vrier­fä­hig. Auf­grund der Vor­tritts­re­geln soll­te beim uner­zwun­ge­nem Bei­dre­hen das Manö­ver auf dem Steu­er­bord­bug ein­ge­lei­tet wer­den. Das bei­ge­dreh­te Boot ist damit gegen­über ande­ren Segel­fahr­zeu­gen ohne Wei­te­res vor­tritts­be­rech­tigt.

  • Klar zum Bei­dre­hen mit Wen­de!”
  • Klar!”
  • Es wird eine Wen­de ein­ge­lei­tet, wobei das Fock­se­gel ste­hen gelas­sen wird, d.h. auf dem neu­en Kurs back steht
  • Wäh­rend der Wen­de die Gross­schot lösen und gelöst las­sen
  • Dar­auf ach­ten, dass das Boot nicht zu stark abfällt
  • Das Ruder dreht nach einer Zeit von allei­ne nach Lee (bei schwä­che­rem Wind ist dies bes­ser spür­bar)
  • So lan­ge war­ten, bis das Ruder voll ein­ge­schla­gen ist
  • Pin­ne bele­gen

Der bei­ge­dreh­te Zustand wäh­rend län­ge­rer Zeit wird Bei­lie­gen genannt.

Wege­recht (Vortritt/Ausweichpflicht)

Die nach­fol­gen­den Regeln sind weder voll­stän­dig noch kann eine Garan­tie bezüg­lich ihrer Rich­tig­keit über­nom­men wer­den – sie die­nen einer blos­sen Über­sicht. Neh­men Sie sich des­halb unbe­dingt ein­mal die Zeit und schla­gen in den aus­schlag­ge­ben­den Erlas­sen nach. Ins­be­son­de­re ist dar­auf hin­zu­wei­sen, dass auch grund­sätz­lich vor­tritts­be­rech­tig­te Fahr­zeu­ge unter bestimm­ten Umstän­den aus­zu­wei­chen haben, ansons­ten die betrof­fe­nen Per­so­nen haft­bar wer­den. Auch gibt es eine Rei­he wei­te­rer beson­de­rer Vor­schrif­ten, z.B. bezüg­lich Fahr­rin­nen, Ver­hal­ten bei ver­min­der­ter Sicht etc.

Gesetz­li­che Grund­la­gen

Fol­gen­de Rechts­quel­len regeln das Aus­wei­chen der Was­ser­fahr­zeu­ge unter­ein­an­der:

Häfen und Lan­de­stel­len

Ver­glei­che Art. 52 BSV. Art. 1b KVR behält ent­spre­chen­de natio­na­le Rege­lun­gen vor, damit ist in jedem Fall das ent­spre­chen­de natio­na­le Recht zu kon­sul­tie­ren. Schif­fe, die aus einem Hafen aus­fah­ren, haben gegen­über den ein­fah­ren­den den Vor­rang, sofern die­se kei­ne Kurs­schif­fe oder Schif­fe in Not sind. Schif­fe, die nicht in den Hafen ein­fah­ren wol­len, dür­fen den für das Ein- oder Aus­fah­ren ande­rer Schif­fe erfor­der­li­chen Bereich weder befah­ren noch sich dar­in auf­hal­ten. Kurs­schif­fe, die an einer Lan­de­stel­le an- oder able­gen wol­len, dür­fen nicht behin­dert wer­den. Von den Absät­zen 2 und 3 sind Schif­fe der Berufs­fi­scher beim Fang aus­ge­nom­men, wenn die Ver­kehrs­la­ge dies gestat­tet und Kurs­schif­fe nicht behin­dert wer­den.

Ver­schie­de­ne Fahr­zeug­ty­pen unter­ein­an­der

Ohne Berück­sich­ti­gung der Son­der­si­tua­tio­nen wie enge Fahr­was­ser, Ver­kehrs­tren­nungs­ge­bie­te etc. Ver­glei­che Art. 43 f., 46 und 51 BSV sowie die Art. 13 und 18 KVR. Es gilt fol­gen­de Vor­tritts-Rei­hen­fol­ge:

Nach BSV:
  • manö­vrier­un­fä­hi­ges Schiff
  • Schiff der Über­wa­chungs­be­hör­den, das mit dem blau­en Blink­licht fährt oder die ent­spre­chen­den Schall­si­gna­le abgibt
  • Kurs­schiff oder Schlepp­ver­band
  • Güter­schiff oder Schub­ver­band
  • Schiff eines Berufs­fi­schers
  • Segel­schiff
  • Ruder­boot
  • Motor­boot
  • über­ho­len­des Motor­boot
  • Surf­bret­ter etc.
Nach KVR:
  • manö­vrier­un­fä­hi­ges Fahr­zeug
  • manö­vrier­be­hin­der­tes Fahr­zeug
  • durch sei­nen Tief­gang behin­der­tes Fahr­zeug
  • fischen­des Fahr­zeug
  • Segel­fahr­zeug
  • Maschi­nen­fahr­zeug
  • über­ho­len­des Fahr­zeug

Segel­schif­fe unter­ein­an­der

Ver­glei­che Art. 47 BSV und Art. 12 f. KVR.

Wenn sie den Wind nicht von der­sel­ben Sei­te haben, ist das Segel­schiff mit Wind von Back­bord (im neben­ste­hen­den Bild das lin­ke, rote Segel­schiff) aus­weich­pflich­tig. Aus die­sem Grund emp­fiehlt es sich, den Spinna­ker nach Mög­lich­keit auf Back­bord­bug (Wind von Steu­er­bord) zu fah­ren – so ist das Segel­schiff ande­ren gegen­über vor­tritts­be­rech­tigt. Glei­ches gilt für das Bei­dre­hen. Wei­ter ist zu beach­ten, dass die­se Regeln grund­sätz­lich auch für Regat­ten gel­ten und des­halb auch von renn­tak­ti­scher Bedeu­tung sind. Die BSV und die KVR stim­men in die­ser Regel grund­sätz­lich über­ein.

Wenn sie den Wind von der­sel­ben Sei­te haben, ist das luvwär­ti­ge Segel­schiff aus­weich­pflich­tig. zum Ver­grös­sern auf das Bild kli­cken Die Luvsei­te ist dabei bei bei­den Rege­lun­gen die­je­ni­ge Sei­te, wel­che dem gesetz­ten Gross­se­gel (bzw. bei Rah­seg­lern dem gröss­ten gesetz­ten Schrat­se­gel) gegen­über liegt. Aus­ser­dem defi­nie­ren die KVR, dass, wenn ein auf Steu­er­bord­bug segeln­des Fahr­zeug nicht mit Sicher­heit fest­stel­len kann, auf wel­chem Bug das ande­re Fahr­zeug fährt, das lee­wär­ti­ge Schiff aus­wei­chen muss.

Die KVR ent­hal­ten zusätz­lich die Regeln, dass ein über­ho­len­des Fahr­zeug in jedem Fall aus­zu­wei­chen hat. Ein Fahr­zeug gilt dabei als über­ho­len­des Fahr­zeug, wenn es sich einem ande­ren aus einer Rich­tung von mehr als 22,5° ach­ter­li­cher als quer­ab nähert, d.h. aus einer Rich­tung, in der es bei Nacht nur das Heck­licht, aber nicht die Sei­ten­lich­ter des ande­ren sehen kann. Bestehen Zwei­fel, ob ein Fahr­zeug ein ande­res über­holt, muss es anneh­men, dass dies der Fall ist, und ent­spre­chend han­deln.